
Wärmepumpe Heizung oder klassisches Heizsystem? Diese Frage beschäftigt viele Hausbesitzer, besonders wenn man bedenkt, dass Wärmepumpen im Verlauf ihrer Lebensdauer etwa 80 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als ein Ölkessel.
Tatsächlich liefern Wärmepumpen bis zu fünfmal so viel Wärmeenergie wie sie Strom benötigen. Dies macht sie zu einer besonders zukunftsfähigen Technik zum Beheizen von Gebäuden. Ausserdem stammt Strom bereits heute zu 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen, und bis 2030 sollen es sogar 80 Prozent sein.
Dennoch stellt sich für viele die Frage: Was ist eine Wärmepumpe genau und wie funktioniert sie eigentlich? Die Antwort liegt in ihrer Effizienz – eine hohe Jahresarbeitszahl zeigt dies deutlich an. Bei einer JAZ von 4 gibt die Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom durchschnittlich 4 Kilowattstunden Wärme an das Haus ab.
Die Entscheidung für eine Heizung mit Wärmepumpe will gut überlegt sein. Mit Gesamtkosten zwischen 20.000 und 63.000 Euro (im Mittel 36.300 Euro) ist die Wärmepumpenheizung zunächst eine Investition. Doch der Staat unterstützt den Umstieg mit bis zu 70 Prozent Förderung.
In diesem Ratgeber gehen wir ehrlich auf alle wichtigen Aspekte ein: von der Funktionsweise über die Kosten bis hin zur Wirtschaftlichkeit. Wir helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihr Zuhause zu treffen.
Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Die Wärmepumpe gehört zu den umweltfreundlichsten Heiztechnologien, da sie natürliche Wärmeenergie aus der Umwelt nutzbar macht. Anders als herkömmliche Heizungen verbrennt eine Wärmepumpenheizung keine fossilen Brennstoffe, sondern nutzt bestehende Wärme aus Luft, Erde oder Wasser und hebt diese auf ein höheres Temperaturniveau an.
Grundprinzip der Wärmepumpentechnik
Eine Wärmepumpe funktioniert nach einem physikalischen Prinzip, das dem eines Kühlschranks ähnelt – allerdings in umgekehrter Richtung. Während der Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach aussen abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Umgebung Wärme und leitet diese ins Gebäudeinnere.
Im Inneren der Wärmepumpe läuft ein geschlossener Kreisprozess mit vier Schritten ab:
- Verdampfen: Die Umweltwärme wird auf ein flüssiges Kältemittel übertragen, das bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft.
- Verdichten: Ein elektrisch betriebener Kompressor (Verdichter) drückt das gasförmige Kältemittel zusammen, wodurch Druck und Temperatur stark ansteigen.
- Verflüssigen: Das erhitzte Kältemittel gibt seine Wärme an den Heizkreislauf ab, kühlt ab und wird wieder flüssig.
- Entspannen: Das flüssige Kältemittel wird über ein Expansionsventil entspannt, wodurch Druck und Temperatur wieder sinken und der Kreislauf von vorn beginnen kann.
Besonders bemerkenswert ist, dass eine Wärmepumpe aus jeder Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie erzeugen kann. Diese Effizienz macht sie zu einer zukunftssicheren Heiztechnologie.
Unterschied zur klassischen Heizung
Im Gegensatz zu traditionellen Heizsystemen, die fossile Brennstoffe direkt verbrennen, nutzt die Wärmepumpe hauptsächlich kostenlose Umweltenergie. Dadurch verursacht sie im Betrieb deutlich weniger CO₂-Emissionen.
Darüber hinaus bietet eine Heizung mit Wärmepumpe weitere Vorteile gegenüber klassischen Systemen:
- Keine direkte Verbrennung und damit keine lokalen Emissionen
- Geringere Betriebskosten durch Nutzung kostenloser Umweltwärme
- Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Preisschwankungen
- Deutlich weniger Wartungsaufwand durch weniger Verschleissteile
- Als einziges Heizsystem kann eine Wärmepumpe sowohl heizen als auch kühlen
Typen: Luft-, Erd- und Wasserwärmepumpe
Je nach genutzter Wärmequelle unterscheidet man drei Haupttypen von Wärmepumpen:
Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die Wärmeenergie der Aussenluft und gibt diese an den Wasserkreislauf der Heizung ab. Diese Variante ist besonders flexibel einsetzbar, da Luft überall verfügbar ist und keine aufwendigen Erdarbeiten nötig sind. Auch bei Aussentemperaturen bis -20°C kann sie noch effizient arbeiten.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe): Diese Variante entzieht dem Erdreich Wärme mittels Erdsonden (vertikale Bohrungen von 50-350 m Tiefe) oder Erdkollektoren (horizontal unter der Erdoberfläche). Sie arbeitet besonders effizient, da im Erdreich ganzjährig konstante Temperaturen herrschen.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die Wärmeenergie aus dem Grundwasser und gilt als effizienteste Wärmepumpenart. Für ihren Betrieb werden zwei Brunnen benötigt: ein Saugbrunnen zur Wasserentnahme und ein Schluckbrunnen zur Rückführung des abgekühlten Wassers.
Alle drei Typen funktionieren nach demselben Grundprinzip, unterscheiden sich jedoch in Anschaffungskosten, Effizienz und baulichen Voraussetzungen.
Voraussetzungen für eine effiziente Wärmepumpenheizung
Für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpenheizung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Drei entscheidende Faktoren beeinflussen massgeblich, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet: der Wärmeschutz des Gebäudes, die Heizflächen und die korrekte Dimensionierung der Anlage.
Wärmeschutz und Heizflächen im Haus
Eine gute Dämmung des Gebäudes ist die Grundvoraussetzung für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe. Je besser die Wärmedämmung des Wohngebäudes, desto geringer der Heizenergiebedarf und umso effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Dies betrifft nicht nur Decken und Wände, sondern auch Fenster und Türen.
Besonders wichtig ist die Vorlauftemperatur – also die Temperatur, mit der das Wasser durch das Heizsystem fliesst. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit einer niedrigen Vorlauftemperatur von idealerweise etwa 35°C. Daher sind Flächenheizungen wie Fussboden-, Wand- oder Deckenheizungen optimal für Wärmepumpen geeignet.
Allerdings können auch konventionelle Heizkörper mit einer Wärmepumpe betrieben werden, wenn diese grossflächig dimensioniert sind. Während alte Radiatoren Vorlauftemperaturen über 50 Grad benötigen, kommen moderne Heizkörper mit 45 Grad aus. Fussbodenheizungen benötigen hingegen nur 30 bis 40 Grad Vorlauftemperatur.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die korrekte Dimensionierung der Anlage. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Energie hat gezeigt, dass drei Viertel der installierten Wärmepumpen in Privathäusern durchschnittlich 40 Prozent über den Bedarf hinaus dimensioniert sind. Dies führt zu höheren Investitionskosten und ineffizientem Betrieb.
Jahresarbeitszahl und Effizienz
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist der wichtigste Kennwert für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen der erzeugten Heizwärme und dem dafür eingesetzten Strom über ein ganzes Jahr. Eine Formel verdeutlicht dies:
JAZ = Erzeugte Heizwärme pro Jahr (kWh/a) ÷ Benötigter Strom pro Jahr (kWh/a)
Je höher die JAZ, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Eine moderne, qualitativ hochwertige Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht in der Regel eine JAZ von 4, während Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit einer JAZ von 5 oder darüber liegen können.
Folgende Faktoren beeinflussen die Jahresarbeitszahl:
- Vorlauftemperatur der Heizung
- Art und Temperatur der Wärmequelle
- Gebäudedämmung
- Klimazone/Aussentemperatur
- Individuelles Nutzungsverhalten
Um die tatsächliche JAZ zu ermitteln, sind ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe und ein Wärmemengenzähler notwendig. Nur damit können Sie überprüfen, ob Ihr System effizient läuft und gegebenenfalls nachsteuern.
Genehmigungen und Aufstellort
Während Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Regel ohne Genehmigung aufgestellt werden können, benötigen Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen meist eine behördliche Genehmigung. Dies liegt daran, dass für Tiefbohrungen und das Anzapfen des Grundwassers spezielle Genehmigungen erforderlich sind.
Bei der Wahl des Aufstellorts müssen mehrere Faktoren beachtet werden:
Der Aufstellort sollte nicht in unmittelbarer Nähe zu Schlafräumen oder Nachbarsgebäuden sein – ein Mindestabstand von drei bis vier Metern ist ratsam. In reinen Wohngebieten darf nachts eine maximale Lautstärke von 35 Dezibel auf dem Nachbargrundstück nicht überschritten werden.
Darüber hinaus benötigt die Wärmepumpe ein tragfähiges Fundament und muss für Wartungsarbeiten zugänglich sein. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sollte der Abstand zur Hauswand mindestens 30 Zentimeter betragen, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann.
Wichtig ist ausserdem, einen thermischen Kurzschluss zu vermeiden – die Wärmepumpe sollte ihre kalte verbrauchte Luft nicht direkt wieder ansaugen, da dies die Effizienz erheblich verringert.

Wärmepumpe vs. klassische Heizung: Ein ehrlicher Vergleich
Bei der Entscheidung zwischen einer Wärmepumpe und einem klassischen Heizsystem sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Der direkte Vergleich zeigt deutliche Unterschiede in Kosten, Effizienz und Umweltauswirkungen.
Anschaffungskosten im Vergleich
Wärmepumpen sind in der Anschaffung grundsätzlich teurer als konventionelle Heizungen. Während eine Ölheizung für ein Einfamilienhaus etwa 20.000 CHF kostet, liegen die Investitionskosten für Wärmepumpen je nach Typ deutlich höher:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 32.000-50.000 CHF
- Sole-Wasser-Wärmepumpe (mit Erdkollektor/Erdsonde): 39.000-60.000 CHF
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 60.000-80.000 CHF
Allerdings wird diese höhere Anfangsinvestition durch staatliche Förderungen und niedrigere Betriebskosten ausgeglichen. Zudem entfallen bei Wärmepumpen Kosten für Kaminreinigung, Feuerungskontrolle und Brennerservice.
Betriebskosten und Stromverbrauch
Die jährlichen Betriebskosten einer Wärmepumpe liegen zwischen 800 und 1.900 Euro, abhängig von der Wärmepumpenart. Luftwärmepumpen haben mit 1.250 bis 1.900 Euro die höchsten Betriebskosten, während Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen effizienter arbeiten und geringere Betriebskosten verursachen.
Im Vergleich dazu betragen die jährlichen Betriebskosten einer Gasheizung 1.900 bis 2.600 Euro und einer Ölheizung 2.150 bis 3.000 Euro. Das bedeutet: Die Energiekosten einer Wärmepumpe sind bis zu 50% geringer als bei fossilen Systemen.
Entscheidend für die Effizienz ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Bei einer JAZ von 4 benötigt eine Wärmepumpe für 100 kWh Heizwärme nur 25 kWh Strom. Der Wärmeenergiepreis liegt damit bei etwa 7 Cent pro kWh – deutlich niedriger als bei Gas oder Öl.
Umweltfreundlichkeit und CO2-Bilanz
Hinsichtlich der Umweltbilanz sind Wärmepumpen klassischen Heizsystemen deutlich überlegen. Im Vergleich zu einer Ölheizung spart eine Wärmepumpe bis zu 90% der CO2-Emissionen ein. Gegenüber Gasheizungen beträgt die Einsparung immerhin noch etwa 75%.
Für die Erzeugung von 100 kWh Heizwärme benötigt eine effiziente Wärmepumpe 67 kWh Umgebungswärme und nur 33 kWh Strom. Selbst bei Verwendung des aktuellen Strommix entlastet eine Wärmepumpe die Umwelt erheblich.
Wird die Wärmepumpe mit Ökostrom oder selbst erzeugtem PV-Strom betrieben, kann der CO2-Ausstoss sogar auf nahezu null reduziert werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass selbst mit normalem Netzstrom schon ab einer JAZ von 1,8 weniger CO2 ausgestossen wird als bei einer Gasheizung.
Lautstärke und Platzbedarf
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Geräuschentwicklung, besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Moderne Geräte erreichen eine Lautstärke zwischen 35 und 65 dB(A). In Wohngebieten gelten jedoch strenge Grenzwerte: tagsüber maximal 55 dB(A) und nachts nur 40 dB(A).
Der Aufstellort sollte daher sorgfältig gewählt werden – ein Mindestabstand von drei bis vier Metern zu Schlafräumen oder Nachbargebäuden ist ratsam. Leere Räume oder Fliesenböden sind zu vermeiden, während schallabsorbierendes Material die Geräuschentwicklung reduzieren kann.
Bezüglich des Platzbedarfs sind Wärmepumpen kompakter als man denkt. Während bei Ölheizungen zusätzlicher Raum für den Tank benötigt wird, kommen Luft-Wasser-Wärmepumpen ohne zusätzliche Lagerung aus. Allerdings benötigen Erdwärmepumpen entsprechende Flächen für Kollektoren oder Bohrungen.
Beim Heizungswechsel ist daher nicht nur die technische Effizienz zu beachten, sondern ebenso die baulichen Gegebenheiten und nachbarschaftlichen Belange.
Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit
Die finanzielle Seite einer Wärmepumpeninvestition umfasst mehr als nur die Anschaffungskosten. Während die Erstinvestition höher ausfällt als bei konventionellen Heizsystemen, machen attraktive Förderungen und langfristige Einsparungen die Wärmepumpe wirtschaftlich interessant.
Wärmepumpe Heizung Kosten im Überblick
Die Gesamtkosten für eine Wärmepumpenheizung variieren je nach Typ erheblich. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit 20.000 bis 35.000 Euro meist die preisgünstigere Option. Erdwärmepumpen liegen zwischen 25.000 und 40.000 Euro, während Grundwasserwärmepumpen aufgrund erforderlicher Bohrungen oft im oberen Preissegment angesiedelt sind.
Die Kosten setzen sich typischerweise zusammen aus:
- Grundgerät (ca. 50% der Gesamtkosten)
- Zusätzliches Material wie Unterbau und Rohrleitungen (ca. 25%)
- Montage und Installation (ca. 25%)

KfW- und BAFA-Förderprogramme
Seit Februar 2024 können Hauseigentümer von grosszügigen staatlichen Förderungen profitieren. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet über die KfW folgende Zuschüsse:
- Basisförderung: 30% der förderfähigen Kosten für alle Hausbesitzer
- Geschwindigkeitsbonus: Zusätzliche 20% bei schnellem Austausch alter Heizungen (gilt bis 2028)
- Effizienzbonus: 5% extra für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder Erdwärmepumpen
- Einkommensbonus: 30% für Haushalte mit Jahreseinkommen unter 40.000 Euro
Insgesamt sind bis zu 70% Förderung möglich, maximal jedoch 21.000 Euro bei förderfähigen Kosten von 30.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung ist, dass die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 aufweist.
Steuerliche Vorteile und regionale Zuschüsse
Alternativ zur direkten Förderung können 20% der Kosten über drei Jahre verteilt steuerlich geltend gemacht werden. Dies ist besonders für Personen mit höherem Einkommen interessant. Wichtig: Eine Kombination mit der KfW-Förderung ist nicht möglich.
Darüber hinaus bieten viele Bundesländer zusätzliche Förderprogramme:
- In Bremen wird der Austausch von Öl- oder Gasheizungen gegen Wärmepumpen gefördert
- Hamburg bietet sowohl Zuschüsse als auch zinsgünstige Kredite
- In Rheinland-Pfalz gibt es spezielle Kredite für den Einbau klimafreundlicher Heizungen
Rechenbeispiele zur Amortisation
Die Amortisationszeit einer Wärmepumpe berechnet sich nach folgender Formel: Amortisationszeit = (Investitionskosten – Fördersumme) / (Heizkosten vor Austausch – Heizkosten nach Austausch)
Ein Beispiel: Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Kosten von 30.000 Euro und einer Förderung von 18.000 Euro (60%) verbleiben 12.000 Euro Eigenanteil. Bei jährlichen Einsparungen von 970 Euro gegenüber einer Ölheizung beträgt die Amortisationszeit etwa 12,4 Jahre.
Faktoren, die die Amortisation beschleunigen:
- Kombination mit Photovoltaik (verkürzt die Zeit um 2-3 Jahre)
- Steigende Preise für fossile Brennstoffe
- Nutzung von günstigem Wärmepumpenstrom (aktuell ca. 22 Cent/kWh)
Im Durchschnitt können Hausbesitzer mit einer Amortisation zwischen 8 und 15 Jahren rechnen, abhängig vom Gebäudezustand und der Effizienz der Anlage.
Wann lohnt sich welche Lösung?
Die Entscheidung zwischen Wärmepumpe und klassischer Heizung hängt stark von der individuellen Situation ab. Folglich sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, um die wirtschaftlich und technisch optimale Lösung zu finden.
Neubau: Wärmepumpe als Standard
Im Neubaubereich hat sich die Wärmepumpe eindeutig durchgesetzt. Mit einem Anteil von 70% ist sie mittlerweile die beliebteste Heizungsform in Neubauten. Dies liegt nicht nur an gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien, sondern insbesondere an der optimalen Eignung für gut gedämmte Gebäude. Der geringe Energiebedarf für Heizung und Warmwasser von unter 10 kW im Einfamilienhaus kann mit Wärmepumpen ideal bedient werden.
Altbau: Voraussetzungen und Grenzen
Im Bestandsbau hingegen spielen spezifische Voraussetzungen eine entscheidende Rolle. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat in einer mehrjährigen Studie nachgewiesen, dass Wärmepumpen durchaus im Altbau zuverlässig funktionieren können. Allerdings sollte der jährliche Wärmebedarf unter 150 kWh/m² liegen. Grundsätzlich ist eine gute Dämmung das A und O für effiziente Wärmepumpen im Bestand.
Hybridlösungen als Kompromiss
Hybridheizungen bieten einen praktischen Kompromiss, wenn der vollständige Umstieg auf eine Wärmepumpe nicht möglich ist. Diese Kombination aus fossiler und erneuerbarer Energie kann den CO2-Ausstoss eines Gebäudes um 50% oder mehr reduzieren. Die Wärmepumpe deckt dabei die Grundlast ab, während an besonders kalten Tagen die klassische Heizung unterstützend einspringt. Dadurch lassen sich problemlos hohe Vorlauftemperaturen realisieren.
Checkliste zur Entscheidungsfindung
Bei der Auswahl des passenden Heizsystems helfen folgende Kriterien:
| Kriterium | Wärmepumpe ideal | Hybridlösung empfohlen |
| Gebäudealter | Neubau | Älterer Bestand |
| Dämmstandard | Sehr gut | Mässig bis gut |
| Vorlauftemperatur | Unter 55°C | Über 55°C |
| Heizflächen | Flächenheizung | Konventionelle Heizkörper |
| Sanierungsmöglichkeit | Umfassend möglich | Etappenweise geplant |
Entscheidend ist letztlich eine professionelle Planung und korrekte Dimensionierung des Systems. Mit einer guten Beratung lässt sich die ideale Lösung für jedes Haus finden.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung zwischen einer Wärmepumpe und einer klassischen Heizung ist keine einfache. Angesichts steigender Energiekosten und wachsender Umweltbedenken gewinnt die Wärmepumpentechnologie jedoch zunehmend an Bedeutung. Tatsächlich bietet sie beeindruckende Effizienzwerte mit Jahresarbeitszahlen von 3 bis 5, was bedeutet, dass für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärmeenergie gewonnen wird.
Obwohl die anfänglichen Investitionskosten höher ausfallen als bei konventionellen Systemen, gleichen staatliche Förderungen von bis zu 70% diesen Nachteil weitgehend aus. Zusammen mit den niedrigeren Betriebskosten ergibt sich eine Amortisationszeit von durchschnittlich 8 bis 15 Jahren. Danach profitieren Hausbesitzer von deutlich reduzierten Heizkosten.
Besonders für Neubauten stellt die Wärmepumpe zweifellos die zukunftssicherste Option dar. Gleichwohl können auch Bestandsgebäude mit ausreichender Dämmung und geeigneten Heizflächen von dieser Technologie profitieren. Falls ein kompletter Umstieg nicht möglich erscheint, bieten Hybridlösungen einen sinnvollen Kompromiss.
Unbestritten ist die Umweltbilanz: Wärmepumpen verursachen bis zu 90% weniger CO₂-Emissionen als Ölheizungen und etwa 75% weniger als Gasheizungen. Diese Umweltvorteile werden mit zunehmendem Anteil erneuerbarer Energien im Strommix weiter steigen.
Letztendlich sollte die Entscheidung auf einer gründlichen Analyse der individuellen Gegebenheiten basieren. Die richtige Dimensionierung und professionelle Planung sind dabei entscheidend für den wirtschaftlichen und effizienten Betrieb. Unter Berücksichtigung aller Faktoren – vom Gebäudezustand über finanzielle Aspekte bis hin zu persönlichen Prioritäten – lässt sich die optimale Heizlösung für jedes Zuhause finden.
FAQs
Q1. In welchen Fällen ist eine Wärmepumpe nicht empfehlenswert? Eine Wärmepumpe ist weniger geeignet für schlecht gedämmte Altbauten mit hohem Wärmebedarf, bei Häusern mit konventionellen Heizkörpern, die hohe Vorlauftemperaturen benötigen, oder wenn der verfügbare Platz für die Installation sehr begrenzt ist.
Q2. Welche Herausforderungen gibt es aktuell bei der Verbreitung von Wärmepumpen? Zu den Herausforderungen zählen die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu konventionellen Heizungen, der Fachkräftemangel bei der Installation, sowie Bedenken bezüglich der Lärmbelästigung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in dicht bebauten Gebieten.
Q3. Was sind die Hauptnachteile einer Wärmepumpe? Zu den Nachteilen gehören die höheren Anschaffungskosten, die mögliche Lärmbelästigung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, die Abhängigkeit von Strompreisen und die Notwendigkeit einer guten Gebäudedämmung für einen effizienten Betrieb.
Q4. Welches Problem tritt bei Wärmepumpen am häufigsten auf? Ein häufiges Problem ist die falsche Dimensionierung der Anlage. Überdimensionierte Wärmepumpen führen zu ineffizientem Betrieb und höheren Kosten, während unterdimensionierte Systeme die erforderliche Heizleistung nicht erbringen können.
Q5. Wie effizient sind Wärmepumpen im Vergleich zu klassischen Heizungen? Wärmepumpen sind in der Regel deutlich effizienter als klassische Heizungen. Mit einer Jahresarbeitszahl von 3 bis 5 können sie aus einer Kilowattstunde Strom das Drei- bis Fünffache an Wärmeenergie erzeugen, was zu niedrigeren Betriebskosten und geringeren CO2-Emissionen führt.
